12.02.2009
Hoher Druck, hohe Geschwindigkeit und Präzision
CERATIZIT ist mit ihrer Technik für die Stanzindustrie Weltmarktführer |
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Täglich haben wir mit gestanzten Teilen zu tun. Seien es Möbelbeschläge oder Ketten für Motorsägen, kleine Steckverbindungen in Computern, Mobiltelefonen oder elektrischen Haushaltsgeräten – gestanzte Teile begleiten uns fast immer und überall. Am Standort Reutte stellt CERATIZIT Hartmetall-Erodierblöcke und Formteile nach Kundenzeichnung für die Stanztechnik her. Einer der CERATIZIT Kunden, die schon viele Jahre auf den Hartmetallexperten vertrauen, ist das Unternehmen Leicht + Müller Stanztechnik.
Unter Stanzen versteht man die Herstellung von flachen oder gebogenen Teilen aus Blech- oder Folienbändern unter Verwendung einer Stanzpresse und eines Stanzwerkzeuges. CERATIZIT stellt aus Hartmetall Erodierblöcke und Formteile her, aus denen der Kunde die Matrizeneinsätze und Stanzstempel mittels Funkenerosion (Senk- und Drahterodieren) oder Schleifverfahren anfertigt. Dabei hat das Geschäftssegment Schnitt- und Stanzwerkzeuge in den letzten Jahren die Weltmarktführerschaft errungen.
Die Erfolgsgeschichte von Leicht + Müller Das Unternehmen Leicht + Müller Stanztechnik produziert Stanzteile und Stanzwerkzeuge für die Automobilelektrik, Telekommunikation, Haustechnik und viele andere Industriezweige. Es wurde im November 1984 von Heinz Leicht, Werkzeugmachermeister, und Klaus Müller, Werkzeugkonstrukteur, in Remchingen bei Pforzheim (Deutschland) gegründet. Oberstes Ziel war, in die internationale Spitze der Werkzeughersteller vorzustoßen.
Bereits Ende 1985 stieg Leicht + Müller auch in die Stanzteileproduktion ein. Dieses zweite Standbein brachte neben Synergieeffekten auch entscheidende Wachstumsimpulse für das Unternehmen. Heute produziert Leicht + Müller mit 60 Mitarbeitern auf 5500 m² und mit 10 Bruderer-Stanzautomaten (20-80to) ca. 1,3 Milliarden Stanzteile pro Jahr.
Modernste Stanzanlagen für Rasierklingen Auf das Projekt für Gillette (Procter & Gamble Group) ist das Unternehmen besonders stolz: Leicht + Müller entwickelte zusammen mit weiteren Firmen eine komplexe, voll automatisierte Stanzlinie zur Weiterverarbeitung von Rasierklingen, die im neuesten Gilletteprodukt Fusion eingesetzt werden. Die Amerikaner waren mit der Forderung einer höheren Ausbringung gegenüber der vorherigen Technologie an Leicht + Müller herangetreten.
Inzwischen wurden drei komplette Stanzlinien bei Leicht + Müller aufgebaut, bis zur Serienfreigabe abgestimmt und an Gillette ausgeliefert (zwei in Boston/USA und eine in Berlin). Die wichtigsten Eckdaten für die im Moment wohl weltweit modernsten Stanzanlagen sind die deutlich höhere Ausbringung, 500 Hübe/min, zwei Klingen mit jeweils 13 Laserpunkten pro Hub, ein Reinigungsmodul, eine gesteuerte Laseroptik und eine Kamera im Stanzwerkzeug. Hinzu kommen Robotertechnik und Förderbänder zur Vollautomatisierung des Prozesses.
Vision Control für hundertprozentige Prozesssicherheit Leicht + Müller bietet eine umfassende Dienstleistungspalette an. Das Unternehmen konstruiert auf 2-D (Cadda) und 3-D (Solid Works) CAD-Arbeitsplätzen von Daveg. Außerdem sind die Pforzheimer Stanzer in der Lage, Prototyping und Vorserien anzubieten. Nicht zuletzt übernehmen sie Serienproduktionen von Stanzteilen auch mit Vision Control für garantierte Produktqualität und „Lasermarking on the Fly“ für hundertprozentige Rückverfolgbarkeit (jedes einzelne Teil wird ohne Stop beschriftet).
Kombinationen von Metall und Kunststoff Die 2004 gegründete Leicht + Müller SYSCOTEC (Systems, Components, Technologies) ist auf die Entwicklung und Herstellung von kompletten Baugruppen, also Kombinationen von Metallstanzprodukten und Kunststoffteilen, spezialisiert. Die neuen Produkte von Leicht + Müller SYSCOTEC brachten Endkunden wie Mercedes, BMW, TRW und Continental Teves auf den Plan. Die erste Serienproduktion von Niveau-Füllstandsensoren für Automobil-Scheibenreinigungswasser startete bereits im Jahr 2005.
Interview mit dem Führungsquartett von Leicht + Müller Bei Leicht + Müller steht die junge Generation in den Startlöchern. Die Söhne Timo Leicht und Marco Müller haben jeweils eine profunde Ausbildung absolviert. Zurzeit arbeiten sie im Vertrieb, Marketing, Projektmanagement und in der Unternehmensführung, später werden sie die Verantwortung von ihren Vätern Heinz Leicht und Klaus Müller ganz übernehmen.
Worauf kommt es bei der Stanztechnik an und was bedeutet das für das Hartmetall? Marco Müller: „Hohe Präzision, hohe Standzeiten und Wirtschaftlichkeit. Das Hartmetall in der Hochleistungs-Stanztechnik muss ständig den hohen Anforderungen bezüglich der Standzeit gerecht werden und wird immer wieder im Vergleich zur Keramik in Frage gestellt.“
Gibt es eine Keramiklösung, die mithalten kann? Marco Müller: „Diese Diskussion wird schon lange geführt. Wir haben natürlich schon spezielle Keramiksorten getestet und die Ergebnisse bezüglich Standzeit und Verschleiß waren sogar zum Teil um einiges besser als beim Hartmetall. Jedoch lohnt sich der Einsatz im Endeffekt nicht, wenn man die hohen Anschaffungskosten und die sehr aufwändige Bearbeitung mit Hartmetall vergleicht. Bisher konnte sich Keramik in unserer Branche aus wirtschaftlichen Gründen nicht durchsetzen und das ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten."
Welche Tendenzen gibt es in der Stanztechnik? Timo Leicht: „Target-Preise auf globalem niedrigsten Niveau - aber mit der gewohnt besten deutschen Qualität. Der Markt wird immer härter und man muss sich an Billiglohnländern orientieren. Aus Kostengründen sollte man eigentlich Einzelteile für Stanzwerkzeuge dort einkaufen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber die Qualität entspricht bisher nicht den Standards von Leicht + Müller. Deswegen müssen wir uns auf Kostensenkung im eigenen Hause konzentrieren, z.B. auf Automatisierung der Prozesse. Eine weitere Tendenz sind Hybridteile (Kunststoff-Metall-Verbund). Immer mehr Kunden wünschen komplette Baugruppen aus einer Hand, das heißt, gestanzte Teile werden mit Kunststoff umspritzt und mit zusätzlichen Komponenten wie z.B. Reed-Sensoren oder Widerständen bestückt. Dies können wir seit 2004 über Leicht + Müller SYSCOTEC anbieten.“
Wie hat die Zusammenarbeit mit CERATIZIT angefangen? Heinz Leicht: „Das war Anfang der 80er Jahre. Damals war Josef Lämmle Segmentleiter. Er besuchte uns häufiger und fragte, ob wir bereit wären, seine Produkte zu testen und hatte Erfolg.“
Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit CERATIZIT? Klaus Müller: „Wir sind mit dem Hartmetall von CERATIZIT hochzufrieden. Wir schätzen die Geschwindigkeit, das große Assortiment und vor allem die gleichbleibende Qualität. In einem Geschäft, in dem es enormen Zeitdruck gibt, müssen die Partner absolut zuverlässig sein. Zum CERATIZIT Team, das uns schon jahrelang professionell betreut, gibt es großes Vertrauen. Hartmetall ist tatsächlich Vertrauenssache!“
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